AKTUELLES
Der folgende Artikel ist im Zusammenhang mit dem Connection-Sonderheft
TANTRA-Spezial II/09 auf der Internet-Seite von Connection erschienen.
Die polyamoröse Beziehung - kann das funktionieren?
Ich liebe dich und dich und dich ...
Anhand der aus Indien stammenden Theorie der sieben Chakras (Energiezentren im Körper),
nennt die Heilerin Sabine Orna Schneider hier, was wir ihrer Ansicht nach brauchen,
um »den heiligen Raum der Sexualität« zu betreten - insbesondere dann,
wenn wir mehrere Menschen lieben und mit ihnen intim sein wollen.
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www.connection.de/artikel/lebenskunst-weisheit/die-polyamoroese-beziehung.html
Der folgende Artikel ist im PRISMA - Zeitschrift für Heilung und Bewusstsein - Südbayern erschienen:
Intimität durch Gegenwärtigkeit
Warum Partnerschaften nicht dazu da sind, um zu funktionieren
von Sabine Orna Schneider
Das Dilemma unserer Beziehungen heute:
Wir ver- und entlieben uns schneller denn je. Im Sex ist nicht
nur alles erlaubt, sondern sogar Bedingung. Und wenn dann die rosa
Wölkchen verflogen sind, war es vielleicht doch nicht der/die
Richtige?
Eine
Antwort fand ich nach meiner Ausbildung im „Heilen durch
Gegenwärtigkeit“ (eine Methode, die auf das Wissen mexikanischer
Curanderos/Heiler und östliche Mystik zurückgeht). Dort hatte
ich die Fähigkeit, mit dem zu sein, was ist, als große
Heilkraft kennen gelernt.
Mir
wurde dadurch klar, dass das Märchenende „Und so lebten sie
glücklich bis an ihr Lebensende“ nur ein Teil der Geschichte sein
kann. In der Gegenwärtigkeit zeigte sich, dass es sich vielmehr um
einen fortlaufender Prozess handelt: Abenteuer, Drachen erlegen,
glückliches Ende. Bloß, das Gleiche immer wieder! Was steckt
dahinter?
Wir
sehnen uns so sehr nach dem glücklichen Ende, lebenslänglich
... Das gibt es aber offensichtlich nicht. Gott sei Dank vielleicht,
denn das könnte ja auch todlangweilig werden.
Ich
machte vielmehr die Entdeckung, dass gerade die Auseinandersetzung mit
dem Unangenehmen in einer Partnerschaft, also mit dem, was wir
unbedingt vermeiden wollen, genau das ist, was uns dann näher
zueinander bringt. Das ist sozusagen der Stoff, aus dem die Abenteuer
sind, und das ist es, was die Chance auf wirkliche Intimität birgt.
Abenteuer ohne Ende
Also
geht es immer wieder ins nächste Abenteuer, wo wir uns
bewähren müssen. Im Klartext heißt das: Wenn das erste
Problem auftaucht, dranbleiben! Vor allem erst einmal wahrnehmen. Das
ist die Chance!
Der
wahre Hintergrund, dem wir uns so gern verschließen, weil es sich
unangenehm anfühlt oder wir Schmerz empfinden, ist folgender: Wir
haben keine Ahnung mehr davon, dass die Unterschiede zwischen Mann und
Frau Polaritäten darstellen. Die Gleichberechtigung ist in
Gleichmacherei ausgeartet. Wir haben einfach verschiedene
Eigenschaften, die sich als gegensätzliche Pole
natürlicherweise auch anziehen. Wenn Frauen alles noch besser
machen wollen als Männer und Männer sich abmühen, den
weiblichen Fähigkeiten nachzueifern, dann entstehen nur neue
Probleme.
Das
ist also das erste Stück harte Arbeit: zu akzeptieren, dass Mann
und Frau einfach nicht gleich sind, sehr wohl aber gleichberechtigt.
Das eine ist nicht schlechter oder minderwertiger als das andere. So
wie der Tag nicht „besser“ ist als die Nacht. Beide ergänzen und
bedingen sich – zusammen machen sie einen Erdentag aus. Und wenn das
bedeutet, dass Frauen schlechter einparken und Männer schlechter
zuhören können – na und? Leben wir damit und bitten
vielleicht mal den anderen, uns mit seinen entsprechend besseren
Fähigkeiten zu unterstützen!
Eine neue Dimension von Nähe und Intimität
Im
spirituellen Entwicklungsweg über die Sexualität, wie er aus
den Kulturen Indiens und Tibets als „Tantra“ bekannt ist, fand ich sehr
viel praktische Anleitung, wie Mann und Frau sich mit diesen
Gegensätzen wirklich annähern und zusammen in eine neue
Dimension der Nähe und Intimität hineinentwickeln
können. Jedenfalls wenn sie zu einem Perspektivenwechsel und der
erwähnten Aus-einander-setzung bereit sind.
Hilfreich
ist es auch, ein Bewusstsein für unsere Schwächen zu
entwickeln. Da wir unsere Schwächen gern vor uns und vor der Welt
verstecken, ist das nicht leicht. Die Natur des Eros bewirkt, dass wir
uns vom Schönen im Anderen angezogen fühlen. Da sich
gegensätzliche Pole anziehen, müssen es ja wohl die eigenen
Schwächen gewesen sein – natürlich unbewusst –, die uns zum
Partner hingezogen haben. Jetzt hat er selbst welche! Das war nicht
eingeplant. Wenn es gelingt, sich und den anderen zuerst einmal damit
anzunehmen, können Aus-einander-setzungen so ausgetragen werden,
dass klare Grenzen gesetzt und respektiert werden und die Liebe in eine
neue Qualität eintaucht.
Gegenwärtigkeit als Schlüssel zur bedingungslosen Liebe
In
der Sexualität riskieren wir meist gar nicht erst eine
Aus-einander-setzung. Unsere Abhängigkeit von der Befriedigung
unseres Triebes durch den Partner ist einfach zu groß und damit
auch die Verletzungsgefahr, wenn wir zurückgewiesen werden. Die
Fortpflanzung steht ebenfalls auf dem Spiel. Tun wir es dennoch, liegt
gerade darin das wahre Sex-Abenteuer. Hier eine Schilderung aus der
Praxis: „Bei meiner neuen großen Liebe schien sein „Jadestab“
anfangs öfter ein „Eigenleben“ zu führen. Er wollte nicht.
Jedenfalls nicht so, wie ich wollte, und wohl auch sein Besitzer. Wir
waren verunsichert. War doch die Liebe groß und unsere Teile
passten eigentlich physisch ganz gut zueinander. In dieser Situation,
wo die meisten sicher abgewiegelt, getröstet oder beschwichtigt
oder äußere Umstände als verantwortlich herangezogen
hätten, wurde mir klar, dass ich einen sehr hohen Anspruch nicht
nur an diesen Mann hatte. Ein Mann sollte nun wirklich immer potent
sein. Mein Partner konnte sich das auch nicht so recht erklären,
er war aber Manns genug, darauf etwas von „Erwartungsangst“ zu murmeln,
was mir wiederum großen Respekt abnötigte. Nun war ich zu
der Zeit schon aufmerksam genug, meine Enttäuschung wahrzunehmen
und sie ihm auch zu zeigen und es einfach schade zu finden, dass eine
Vereinigung jetzt nicht klappt, und gleichzeitig eine tief empfundene
Liebe für ihn auszudrücken. Damit verflüchtigte sich das
Problem.“
Wenn ein Schatten ans Licht – also ins Bewusstsein – kommt, kann er sich auflösen. So war es auch in diesem Fall.
Hier
ein weiteres mir berichtetes Beispiel zu einem häufigen Thema:
„Mir fehlte Zärtlichkeit. Mein Mann streichelte mich selten, und
er selbst mochte es auch nicht besonders, gestreichelt zu werden. Sex
war für ihn so etwas wie eine Schlaftablette. In meiner
Verzweiflung bat ich ihn eines Tages, sich doch mal versuchsweise ein
paar Minuten lang von mir streicheln zu lassen. Darauf ließ er
sich ein. Uns wurde klar, dass Zärtlichkeit für ihn etwas
„Unmännliches“ war, das er daher ablehnte. Seither fällt es
ihm etwas leichter, mir da entgegenzukommen.“
Dies
ist sicher ein extremes Beispiel, es zeigt aber einen wesentlichen
Unterschied in männlichem und weiblichem Empfinden und bei den
Bedürfnissen. Wir sehen also, wie das Ans-Licht-Holen und das
Eingehen auf die Verschiedenheit des Partners bereits Wirkung zeigt.
Tantrische Rituale haben hierfür auch sehr praktische
Unterweisungen, die für Mann und Frau gleichermaßen
höchste Erfüllung ermöglichen.
Ein Weg zu Nähe, Lust und Sinnlichkeit
Es
lohnt sich also, Unangenehmes wahrzunehmen, sich mit seinen
Gefühlen zu zeigen und sich mit dem Partner auszutauschen und
aus-einander zu setzen. Gemeinsam bestandene Abenteuer verbinden uns
besonders tief, es entsteht eine neue Nähe. In diesem Raum
können wir zu höchster Liebe, Lust und Sinnlichkeit reisen.
In
dieser Akzeptanz und in dem „Sein mit dem, was ist“ liegt der
Schlüssel zu Partnerschaften, in denen wir miteinander wachsen.
Dazu sind Partnerschaften schließlich da!
Sabine
Orna Schneider arbeitet in München und lebt in einer festen
Partnerschaft. Sie ist seit vielen Jahren im Vertrieb pflanzlicher
Arzneimittel tätig, in den letzten Jahren darüber hinaus auch
als Heilerin und Seminarleiterin. In ihren Workshops zu „Intimität
durch Gegenwärtigkeit“ und „Heiliger Sexualität“ gibt sie ihr
Wissen zusammen mit ihrem Partner weiter und verknüpft für
die Teilnehmer das Heilen in achtsamen Körperübungen zum
tantrischen spirituellen Entwicklungsweg.
www.papaya-kuss.de , info<aet>papaya-kuss.de
© Copyright 2008 Sabine Orna Schneider Alle Rechte vorbehalten
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